Arnsberg – adé! Und doch noch im Bereich Arnsberg, d. h. im Sauerland vorerst unterwegs!

Veröffentlicht am 15. August 2026 um 21:48

 

verfasst am 06.07.2026

 

Seit dem 02.07. 2026 bin ich offiziell keine Arnsbergerin mehr.

Und das nun nach 64 Jahren. Ob ich mal wieder Arnsbergerin sein werde, das ist fraglich. Am letzten Donnerstag habe ich mich und auch meinen 4beinigen Freund bei der Stadt Arnsberg abgemeldet. Jedoch habe ich eine Postanschrift bei einem Dienstleister in Mainz.

Trotzdem bin ich jederzeit über Handy, email und per Whatsapp erreichbar. 

 

Nun fragen sich Bekannte, ob die Abmeldung als Arnsbergerin etwas mit mir gemacht habe.

Nein, ich bin die Gleiche geblieben! Ein Stempel oder auch ein Aufkleber auf meinem Personalausweis macht nicht viel her.

 

Ich bin Ich!

 

Das Straßenverkehrsamt des Hochsauerlandkreises in Arnsberg stellte sich etwas anders, d. h. behäbiger an. Obwohl ich zwei Empfangsbevollmächtigte für Papiere / Schreiben des Straßenverkehrsamtes habe und in Arnsberg abgemeldet bin, wollten sie unbedingt eine Anschrift haben, wo ich mich dann aufhalten würde. Ich erklärte, dass ich im WoMo leben würde und dass es keine feste Anschrift gibt, nur eine Postanschrift. Sie wollten tatsächlich anfänglich die Anschrift des Wohnmobilplatzes im Alten Feld in Arnsberg in den KFZ-Schein eintragen. Sodann wurde kurzerhand auf meinen Einwand die Anschrift meiner Empfangsbevollmächtigten in die KFZ-Scheine eingetragen.

Ausgerechnet haben wir auch an diesem Wochenende – es ist das 1. Wochenende im Juli – Schützenfest in Arnsberg. Früher war ich außer Rand und Band, wenn ich bereits am Samstagnachmittag das Trömmelcken und die Eröffnungsböller hörte. Meine Mutter hatte mich mit diesem Virus angesteckt. Schließlich war sie als Ortmanns Marita 1954/1955 mit Herbst Feger Schützenkönigin. Doch nun erkenne ich für mich, dass alles seine Zeit hat bzw. hatte. Ich sehe nun das Schützenfest und auch die Arnsberger Bürgerschützengesellschaft aus einem anderen Blickwinkel. Heutzutage muss ich nicht überall sein und auch das Schützenfest kann an mir vorübergehen. Leider sind einige meiner FreundInnen, mit denen ich mich auf den Schützenfesten traf, leider verstorben.

Jetzt sitze ich hier am Schützenfestmontag um 11 Uhr in der Bäckerei Kemper. Von hieraus sehe ich kleine Gruppen von Damen, die gemeinsam zur Vogelstange streben, um dort den Fall des Schützenvogels mitzuerleben. Aber in Arnsberg steht schon seit geraumer Zeit fest, wer das Schützenkönigspaar sein wird. Da die finanzielle Komponente eine große Rolle spielt, ist hier das Königspaar in gewissen Kreisen bereits bekannt.

Auch ohne das Arnsberger Schützenfest ist das Leben lebenswert!

Aufgrund meines zu reparierenden WoMos (Wohnmobils) befinde ich mich nun noch im Raum Arnsberg. Bekannte staunen, dass sie mich noch im Stadtgebiet erblicken.

Tja, heute fängt der Schrauber meines Vertrauens an, das WoMo, welches den Namen KNUD trägt, zu reparieren. Ersatzteile müssen auch noch beschafft werden. Da ich aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht im WoMo, welches ab heute in der Halle stehen wird, übernachten darf, werde ich nun in meinem zweiten Auto, dem Renault Trafic, schlafen. Die Luftmatratze muss ich mir nur noch in der Postfiliale abholen; ansonsten werde ich mich nachts auf dem Gelände des Autohof DRAGO aufhalten.

Wie lange die Reparatur dauern wird? Wer weiß?!

Ich muss einfach Geduld haben!

Und wer mich kennt, der weiß: das fällt Britta so schwer!

 

Es sind nun einige Tage vergangen. Am 10.07.2026 erhielt ich bereits die Mitteilung, dass ich bald wieder mit dem WoMo fahren kann. Einige Reparaturen wurden bereits erledigt. Sonst wurde improvisiert, da die Original-Ersatzteile der Fa. Hymer noch nicht da sind. Dann muss ich später erneut mit dem WoMo in die Werkstatt.

Das ist wunderbar. Es kann losgehen. Natürlich habe ich noch vorübergehend dann 2 Autos, in denen ich schlafen kann. Aber das ist derzeit kein Problem. Alles nimmt seinen Lauf.

Ein sehr großes Lob muss ich insbesondere DRAGO und seiner Frau aussprechen.

Neben der Fachkenntnis, die gezeigt wird, bin ich dankbar für

  • das Vertrauen
  • die Herzlichkeit
  • die Empathie
  • die Menschlichkeit

 

was mir seitens Drago und seiner Frau entgegengebracht wird.

Den Autohof DRAGO mit seinem Team kann ich jederzeit und mit bestem Gewissen weiterempfehlen.

 

 

verfasst am 14.07.2026

 

Am 12.07.2026 holte ich mein WoMo aus der Werkstatt und fuhr direkt zum WoMo-Platz im Alten Feld in Arnsberg. Der Platz wurde im April 2026 eingeweiht.

Er ist schön gelegen und auch gut angelegt, aber umgehend kam es in meinem Fall zu Unannehmlichkeiten aufgrund des Systems.

Zuvor hatte ich den Stellplatz 5 für 2 Nächte gebucht. Als ich ankam, stand bereits ein WoMo auf meinem Platz. Nett gefragt, äußerte der Wohnmobilist, dass er sich ein Ticket beim Auffahren auf den Platz gezogen habe. So hätte er sich einen Platz ausgesucht und alles aufgebaut. Er würde jetzt den Platz, den ich gebucht hatte, nicht verlassen. Ich schaute in den Belegungsplan auf der Homepage des Platzes. Stellplatz 4 war noch nicht gebucht. Also schnell dahin. Eine Freundin, die auch zugegen war, der Wohnmobilist und ich kamen ins Gespräch. Dabei wurde klar, dass dieser Fehler im System schon seit April 2026 besteht. Wer sich ad hoc ein Ticket am Terminal holt, schaut nicht automatisch auf den Belegungskalendar/-plan und kann nicht erkennen, welcher Platz schon reserviert bzw. gebucht ist.

Weitere Personen hatten Probleme beim Bezahlen und konnten somit keinen PIN-Code für die Ver- und Entsorgung erhalten. Somit konnten sie auch nicht so einfach mit dem WoMo den Wohnmobilplatz verlassen.

Die Mitarbeiter der Stadtwerke Arnsberg mussten des Öfteren kontaktiert werden und waren auch sehr oft vor Ort. Danke für die Hilfsbereitschaft und für die Geduld.

Als ehem. Arnsbergerin bekam ich fast jeden Abend Besuch.Einmal erschien eine Freundin mit einer leckeren Suppe, an dem anderen Abend kam eine andere Freundin mit Eis.Oder auch eine Flasche Alkoholfreien Sekt durfte ich in Empfang nehmen.

 

Ich habe mich über jeden Besuch gefreut!

Und werde mich auch zukünftig darüber freuen. 

 

 

verfasst am 22.07.2026

 

Vom 17.-19.07.2026 fand erneut ein Camperinnentreffen vom "Stammtisch Sauerland und Umgebung - Camperfrauen im besten Alter" auf dem CP Im Wannetal in Warstein-Niederbergheim statt.

Ich erschien mit meinem WoMo KNUD und meinem kleinen EINSTEIN bereits am 16.07.2026. Damit auch im WoMo viel aussortieren und umräumen konnte, habe ich den Aufenthalt um 2 Nächte verlängert – so war ich ingesamt 5 Nächte auf dem CP, wo ich mich sehr wohl und gut aufgehoben fühlte.

Das Treffen war wieder sehr schön. Es waren auch neue Personen anwesend, die die Gruppe kennenlernen wollten. Man verstand sich auf Anhieb. Zudem haben wir das Spiel „Wikinger“ gespielt, welches Marie erneut mitbrachte. Essen und Trinken gab es genug. Am Samstag hat Bianca für Bewegung gesorgt. Wir, d. h. 4 Frauen, liefen erst einige Kilometer zur Bushaltestelle. Dort wurden wir von einer sehr freundlichen Busfahrerin kostenlos mitgenommen. In Völlinghausen sahen wir uns den dortigen Stellplatz an, gingen durch den Wildwald und kamen schließlich an der Kanzelbrücke am Möhnesee an. Von dort liefen wir noch etwas, bis wir unser Ziel, das sog. Lokal UFERLOS erreichten. Nach einer Pause und gestärkt durch eine „Manta-Schale“ kehrten wir per Bus zurück nach Niederbergheim-Am Wanneberg. Zum CP mussten wir dann nur noch bergab laufen.

Abends suchte ich zum Grillen meinen schönen Caminggaz-Grill. Irgendwo musste er doch sein.

Leider fand ich ihn nicht in der großen Heckgarage von KNUD.

Einen Tag später musste ich jedoch schmunzeln. Ich hatte ja so gut die Heckgarage aufgeräumt.

Sachen verschenkt, verstaut und verkauft.

Im Fahrradanhänger bzw. Jogger für EINSTEIN fand ich den Grill endlich. Tja, an dieses Versteck konnte ich mich vorher nicht erinnern.

Am Sonntagvormittag löste sich unser Treffen langsam auf.

 

Bis zum 21.07.2026 konnte ich dann in Ruhe meine Staufächer im WoMo aufräumen und Sachen aussortieren.

Fraglich war, ob ich hier im Bereich Sauerland bleiben sollte.

Jedoch will ich sobald wie möglich, den Renault Trafic III, genannt EMIL, verkaufen, damit ich unabhängiger werde. Seit letzter Woche steht er in der Altstadt von Arnsberg. Zwei Autos zur gleichen Zeit ist einfach zu viel. Also habe ich noch einige Sachen in Arnsberg zu erledigen.

Dies werde ich auch im WhatsApp-Status bekanntgeben, damit ich mich mit meinen FreundInnen treffen kann.

 

Bereits jetzt erhalte ich die Frage, wie es mir mit meinem neuen Leben im Wohnmobil ergehen würde.

 

Ob ich angekommen wäre?

Erst einmal muss man auch im WoMo angekommen sein!

 

Ich habe mir das Wohnmobil mit kleinen, nicht so schweren Sachen dekoriert. Da es sich um einen eleganten Innenausbau handelt, setze ich nun einen Farbtupfer mit der Farbe Türkis, der aber auch mit Beige kombiniert wird. Zudem habe ich kleine Accessoires aus der Heimatstadt Arnsberg mit an Bord.

Manche Sachen oder auch Handgriffe, die man nicht kennt, müssen ausprobiert werden. Über jeden Lernfortschritt ist man glücklich und insgeheim auch stolz.

Bei Problemen kann man andere CamperInnen oder auch CamperfreundInnen fragen. Unter den Campern besteht eine große Hilfsbereitschaft.

Ob ich jetzt bereits, nach ca. 4 Wochen, im Leben im Wohnmobil angekommen bin, das ist unrealistisch. Bisher hatte ich nur Sonnenschein, keinen Dauerregen, immer nette Leute um mich, …! Es wird nie langweilig und ich lerne nette, interessante Charaktere kennen.

Vielleicht muss ich auch mal schlechte Tage durchleben, um ein endgültiges Statement abgeben zu können.

Bisher bin ich aber froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben und ihn gehen zu können bzw. zu dürfen. Ich fühle mich wohl.

 

Der erste Weg führte mich mit meinem Wohnmobil, nachdem ich auf dem CP Im Wannetal in Warstein-Niederbergheim war, nach Brilon.

Weshalb Brilon?

Bisher bin ich immer dadurch gefahren, hatte aber nie so richtig Brilon gesehen. Mit 10 Jahren nahm ich an einer Ferienfreizeit in der damaligen Jugendherberge teil. In Brilon ist das Amt für Schwerbehindertenangelegenheiten des Hochsauerlandkreises. Vor der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 war Brilon ein eigenständiger Kreis. Das ist alles, was ich mit Brilon verband.

Dort gibt es einen sehr netten Stellplatz an der Schützenhalle. Für 12 € pro Nacht habe ich dort gestanden; WLAN incl. Nur Strom musste man extra bezahlen. Der Hund ist kostenlos.

Direkt hinter der Schützenhalle befinden sich die Lebensmittelgeschäfte EDEKA und ALDI. Verhungern und verdursten muss man nicht. Der Weg in die Altstadt ist auch nicht lang, ca. 10 Minuten per pedes.

Als ich nach meiner Ankunft direkt mit Einstein in die Altstadt lief, trank ich mir in einem Biergarten ein Erfrischungsgetränk! Wer mich kennt, NEIN, KEIN BIER, aber ein Cola Zero. Neben der Betrachtung der schönen Häuserfront am Markt habe ich natürlich auch Gespräche von anderen Tischen verfolgen können. Es ging mal wieder über Politik – über die Rente und über den Bundeskanzler.

Tja, da bekam ich schon erneut einen sog. dicken Hals. Egal, wo ich hinkomme, es wird nur über diese Themen gesprochen. Einerseits verständlich, da es um die Zukunft geht und die Bevölkerung Angst vor dieser hat, aber ich will jetzt in meinem Ruhestand die Ruhe genießen.

Man muss sich auch mal anhören, wie emotional und unsachlich die Gespräche geführt werden.

NEIN, ich distanziere mich von allen Äußerungen, Stammtischparolen und möchte in Ruhe und mit Sachverstand meine letzten Jahre erleben.

Abends entschloss ich mich, mit Einstein eine Wanderung zur Möhnequelle zu machen, da ich dort noch nicht gewesen war.

Da ich Frühaufsteherin bin, starteten wir schon frühzeitig. Wir liefen durch Wohngebiete und ich schaute mir die gepflegten Vorgärten an. Auf und ab ging der Weg, eben Sauerland. Aber wir meisterten den Weg ganz in Ruhe! Nur als ich wieder ein Foto von der tollen Region machen wollte, bemerkte ich, dass sich Einstein am Rande eines Feldes im Gras wälzte. Das macht er ja des Öfteren, also nichts Neues!

Aber diesmal musste ich mit ihm schimpfen.

Er wälzte sich in Sch…! (Das Wort schreibe ich hier lieber nicht aus.)

Mein lieber, netter Einstein hatte sich voll danebenbenommen. Mit Hilfe von Tempos, Kotbeuteln,… konnte ich den Mist beseitigen. Am Ende des Tages wurde Einstein von mir mit Hundeshampoo gesäubert. Er roch dann wieder angenehmer.

An der Möhnequelle konnten wir diese nur anhand einer Schrifttafel erkennen. Es war kaum Wasser vorhanden. Einstein saugte noch die letzten Tropfen auf.

Sodann ging es durch den Kurpark wieder in die Stadt. In einem Schreibwarengeschäft wurde ich darüber aufgeklärt, dass es meine ehem. Jugendherberge, an die eine schöne Erinnerung habe, seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. Sie musste für eine Klinik weichen. Aber Brilon hat eine neue Jugendherberge erhalten.

Auf dem Stellplatz in Brilon habe ich mich sehr gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Nun ging es aber weiter.

 

Nur einige Kilometer, aber immerhin. Nach Olsberg!

Wer fährt denn schon nach Olsberg? Okay, man fährt auf dem Weg nach Willingen oder auch nach Winterberg durch den Ort. Zudem ist der Ort am RuhrtalRadWeg gelegen.

Ich habe für 2 Jahre beim Internationalen Bund in Olsberg gearbeitet (2006-2008).

Im TV wurde über den Kneipp-Aktiv-Weg berichtet. Den kannte ich noch nicht.

Als neugierige Person musste ich mir diesen Weg anschauen.

Mit Hindernissen/Umleitungen kam ich zum Stellplatz, der vor der Sauerlandtherme gelegen ist.

Die Stellplätze sind zwar eng, aber doch noch breit genug, um sich neben das WoMo setzen zu können. In der Tourist-Zentrale, 300 m Richtung Ortskern, habe ich mich für 2 Nächte angemeldet. Pro Nacht beträgt die Gebühr 10 €. Kurtaxe ist für jede Person zu berechnen. Zudem muss man für Strom dort Wertmarken kaufen. Der Hund ist kostenlos. Dafür erhält man die sog. SauerlandCard, mit der man Bahn und Bus kostenlos nutzen kann. WLAN ist im gesamten Parkbereich über wifi4eu kostenlos.

Obwohl Olsberg recht klein ist, hat es doch einige schöne Geschäfte. Gastronomie ist auch gegeben.

Einstein und ich gingen den gesamten Kneipp-Aktiv-Weg von Olsberg bis Bigge und zurück. Wir sind die 6 km gelaufen und haben uns an der Natur erfreut. Der für mich schönste Bereich waren die Ruhr-Auen in Bigge. Der Weg ist gut gekennzeichnet und man muss sich nur an der blauen Gießkanne auf weißem Grund orientieren. Da dieser Weg eben verläuft, ist er auch gut für Personen geeignet, die Beeinträchtigungen haben.

Da ich aber noch einige Dinge in Arnsberg zu erledigen hatte, verabschiedete ich mich bereits nach 1 Nacht in Olsberg.

Klein, aber fein – so mein Eindruck!

 

Der Anfang ist getan und nun geht es weiter!

 

Wohin? Der Weg zeigt mir mein Ziel!!!